Judo mit Schwimmnudeln und Badekappe am Gleisdreieck

Judo in Corona-Zeiten erfordert weiterhin Kreativität.

Im SVB-Judo-Team läuft weiter #Homeofficejudo mit unserem Trainingspartner "Leiter Nr.1" die uns Malermeister Bartelniewöhner netterweise noch immer zur Verfügung stellt.

Inzwischen dürfen die SVB-Judoka aber auch draußen gemeinsam trainieren. Gemeinsam ist für Judo-Verhältnisse aber doch noch einsam. Schließlich machen wir eigentlich Vollkontaktsport, trainieren derzeit jedoch ohne Anfassen und mit Abstand. Trotzdem haben sich alle sehr gefreut, dass wir uns wiedersehen dürfen. Immer Samstags wird nun nach Voranmeldung für Mitglieder des SVB-Judo Teams ab 12 Jahre #freiluftjudo am Gleisdreieck in Brackwede angeboten.

 

Zu Beginn hatten die Teilnehmer beim Anblick der Schwimmnudeln und Badekappe von Trainerin Nicole Wehmeier (das war eine Wette mit den Käferfreunden Oelde, weil deren Käferveranstaltung im Freibad wegen Corona ausfallen musste) noch gut lachen, bis der Schweiß dann floss. Schwimmnudeln eigenen sich nämlich prima für ganz viele Fitness- und Koordinationsübungen.

"Meine Jacke ist leer schwerer als sonst mit Partner drin, das gibt's doch nicht!" war der Kommentar zur nächsten Übungsphase in der mit der eigenen Judojacke in Bahnen das sogenannte Aufziehen des Partners trainiert wurde. Auch war es wirklich unmöglich die dicken Bäume am Gleisdreieck aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Auf das Auslegen von Judomatten wird verzichtet, die lagern sowieso in der geschlossenen Sporthalle. Stattdessen bringt jeder seine eigene "Matte" mit. Das kann ein Handtuch, eine Picknickdecke oder die Gymnastikmatte von zu Hause sein. Damit hat jeder seine eigene Trainingsinsel und es schützt auch vor nicht eingesammeltem Hundekot oder Grasflecken.

Beim Training auf der Wiese und zu Hause bekommt Tandoku-renshu, also das Üben von Judotechniken ohne Partner -wie beim Schattenboxen-, eine größere Bedeutung als sonst im regulären Trainingsbetrieb: "Es erfordert schon ein wenig Mut das öffentlich auf einer Wiese zu tun. Als Zuschauer ohne Judo-Erfahrung kann man sich wahrscheinlich schlecht entscheiden was diese seltsamen Tanzübungen darstellen sollen," berichtet Nicole Wehmeier vom öffentlichen #freiluftjudo.

Sollten Sie Samstags am Gleisdreieck spazieren gehen und auf eine Gruppe von eigenartig tanzenden Menschen in kurzen Hosen, weißen oder blauen Schlafanzugjacken und mit Schwimmnudeln treffen, machen Sie sich keine Sorgen. Es sind SVB-Judoka beim Training!

Aron Barber ist wiederum -notgedrungen wegen Platzmangel im WG-Zimmer- der Mann für Fitnessübungen auf engstem Raum im #homeofficejudo, seine Arm- und Unterleibworkouts sind gefürchtet.

Auch der Zirkel, den Marvin Büscher beim Testlauf für das #freiluftjudo präsentierte, wurde zum Motto: "Abstand halten, Maske tragen und Händewaschen ist einfacher als 8 mal 20 Sekunden Liegestütze!" Die Masken der Judoka können dank Einsatz einer langjährigen Freundin des Vereins mit SVB-Judo-Logo verziert werden. Richtig Pause ist beim SVB-Team also nicht, "wobei uns bewusst ist, dass wir nicht für jedes Team- Mitglied ein Angebot haben. Wir hoffen einfach allen ein wenig Vergnügen und im besten Fall auch Bewegung zu verschaffen," fasst Nicole Wehmeier die derzeitige Lage zusammen.

Die SVB-Judoka haben bereits Ideen für den Trainingseinstieg der jüngeren Mitglieder ausgearbeitet und auch einen Plan zum Trainingsbetrieb in der Sporthalle.

Bei allen Aktionen geht für die SVB-Judoka immer die Gesundheit der Sportler vor. "Es gehört zu unseren Judowerten, dass wir auf das Wohlergehen und die Gesundheit unserer Trainingspartner achten. Darum haben wir mit Auftreten der ersten Corina-Fälle in der Umgebung Turnier- und Lehrgangsteilnahmen eingestellt. Auch das Training hatten wir direkt auf mehr Einzelübungen umgestellt. Dementsprechend haben wir auch im Zuge aller Lockerungen immer die Fallzahlen und die allgemeine Entwicklung im Auge. " so Abteilungsleiter Florian Müller.

"Wir möchten uns bei allen Judoka bedanken, die uns die Treue halten, auch wenn wir für sie derzeit kein passendes Training anbieten können, weil sie zu jung sind oder online-Training nicht mögen oder die Internetanbindung nicht ausreicht. Seid Judo - bleibt Judo." So die Botschaft aller Trainer.